Negenharrie/Kiel, 29./30.08.2014

Wenn Dummheit jucken würde, ich müßte mich blutig kratzen. Ma' ehrlich: Ich wohn' 10 Minuten weg vom Slot und brauch' 1 geschlagene Stunde, bis ich's endlich GEFUNDEN habe. Als ich ankomme, bin ich voll auf Hundertachtzig, aber noch bevor ich ganz aus'm Auto gestiegen bin, haben mich die Kollegen auch schon in die Gesellschaft zurückcharmiert.

 

Piepe hat geerbt und macht ein Festival mit 6 Schauplätzen, 200 Ordnern und 30 Zahlenden. Na, nicht GANZ so, aber fast. Es is echt Sünde: Das Gelände (ehemaliger Gutshof) ist fantastisch, wie gemacht für ein Festival, alles total schön zurechtgezwirbelt, in der Disco-Scheune läuft "Hungry, So Angry" von Medium Medium (und die kennt doch nun wirklich kein Schwein), sogar das Wetter reißt sich zusammen, aber vor der "Tutti Frutti Stage" verliert sich eine Handvoll Leute, und auch sonst ist nicht viel los. Der Mischer agiert leider wie eine desinteressierte Schlaftablette, der Monitortyp läßt mein Beziehungsangebot mit einem lapidaren "Ach, ich hab' deinen Namen sowieso schon wieder vergessen" im Sand verlaufen. Na gut. Wir müssen spielen, als ob da 5000 wären. Angelockt durch die vor uns stattfindenden Blauen Jungs machen ein paar teils Gamsbart-behütete Cola-Korn-Boys während unseres Soundchecks schonmal Stagediving und angeschickertes Small-group-of-friends-surfing. Schon während Lied Nummer zwei gehen sie woanders weiterfeiern. Monitortyp geht pissen und kommt nicht wieder. Verpisst sich, im wahrsten Sinne. Irgendwann verabschiedet sich die Elektronik aus den Front-Monitoren. "Sebastian, wenn du fertig gepisst hast, mach' uns doch ma' die Elektronik wieder auf die Monitore!" rufe ich in die menschenleere Nacht von Negenharrie, aber nix. Da wir unsere Stücke mittlerweile ganz gut kennen, kriegen wir's auch so hin. Hinterher gibt's Anschiß für Sebastian und Nackensteak mit Katosa. Abgehakt, aber wenn es das "Lala Taste" weiter geben sollte, wären wir gern wieder dabei. Und Schnulli & ich fahren bestimmt mal mit den Kindern hin...

 

Neuer Tag, neuer Slot: Heute sind jede Menge Menschen da (gefördertes Umsonst-Event gegen rechte Arschgeigen und für ein tolerantes Kiel-Friedrichsort). Echt alle möglichen Menschen. Sogar mein Arzt ist da. In Thees Uhlmanns Begleitung befindet sich Rainer G. Ott (Freundschaftsanfrage wurde soeben versendet, um zu retten, was zu retten ist). Ich werde zu ihm geführt und weiß eigentlich, wer er ist, halte es aber nicht für möglich. Also rantasten... "Hattest du früher keinen Bart?" - "Nö." OK. "Hab' ich noch'ne Peel Sessions von Gang Of Four von dir?" - "Nö." STIMMT NICHT, Haha!! Ende der Neunziger, als ich mit Graue Lamellen in Köln war, hatte er mir die geliehen. Und nie zurückbekommen. Damals gab er uns auch eine Stadtführung through the eyes of Wolfgang Niedecken. Man trifft sich immer 2x, schon klar...

 

 

 

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