Flensburg, 02.04.2015

Gäde ist genervt von den Plünnen, sagt er. Stimmt, wenn man zur Probe kommt, wuchtet er meistens große Merch-Kartons durchs Foyer. Man weiß nicht wohin damit. Wir 3-D-puzzeln unser teilweise erneuertes Equipment (Professionalisierung!) erstmals in den Rumänen und stellen fest, daß für ein paar entsprechend zurechtdimensionierte Schachteln Platz sein wird. Trotzdem murmelt Jochen in seiner Eigenschaft als einziges geschäftstüchtiges Bandmitglied am Morgen danach, in der Dämmerung vor'm Ü-Raum irgendwas von "...Klamotten nur noch online...". Könnte was dran sein: Heute fahren wir mit 2 Autos, eins davon voller Pappe, Plastik, Vinyl und Textil.

 

Misses Next Michel ham se anscheinend instruiert, uns mal bzgl. "Zufriedenheit mit der Label-Arbeit" auf die Zähne zu fühlen*. Wir sind natürlich voll des Lobes und zeigen uns beeindruckt über die profunde Besoffenheit Vogelmanns und Apels nach dem rauschenden Heimspiel neulich inner Hansa. Gekünstelte Band-Kumpelschaften sind der letzte Scheiß, aber sowas machen wir ja schon lange nicht mehr. In diesem Sinne auch heute Abend wieder schön, auf Misses NEXT Match zu stoßen! Deren kurzes Set verpasse ich, weil ich mit Stulle das längst fällige Gespräch darüber führe, wie das Leben sich verändert hat.

 

Tom, der uns heute mischt, weiß nicht, ob Leute kommen. Semesterferien, Osterurlaub. Misses NEXT Match verbringen einige Zeit im Stau. Dabei hängen sogar bei Edeka Werbetafeln mit unseren verzogenen Fressen (Danke für's Foto an Matthias Holling, dessen Einschätzung, daß der Hafermarkt wohl der passendere Slot gewesen wäre, ich teile). Und ohne Dieter Dämmfleisch stehe uns ein eher schwieriges Klangbild bevor. Was sich dann beim Soundcheck bis zuletzt bestätigt und zumindest mir beim Opener unseres Sets, "Das sind auch so Existenzen", echt Streß macht: Die Echos aus dem gleichmäßig mit Menschen bestreuselten Saal verhalten sich physikalisch korrekt und lassen den ostinaten Synthi immer leicht neben meinem Klick farzen (Musikersprache, nicht wichtig für's Gesamtverständnis!). Ich gehe der Fähigkeit des Zählens verlustig, weiß nicht mehr, was was ist, spiele die Nummer Pi mal Auge, und sie ist WAHRLICH keine Nummer zum Pi-mal-Auge-Spielen. Helene Fischer wäre das nicht passiert, aber ich bin danach so verbiestert, daß ich nahezu kein einziges Stück sauber delivered bekomme. Was natürlich wieder niemanden tangiert hat, herrlich, do!

 

Wir schaffen wie immer die Deadline, und Schlag 12 ist Totenstille im Puff. Jetzt kann sich Jesus in Ruhe für uns opfern. Gelumpe in die Schleudern, ab auf die 7. Als ich um kurz nach zwei am Raum bin, klingeln mir echt die Ohren: Ich hatte mir vorgenommen, OMMADONs komplette "V" (immerhin 90 Minuten Dauerdröhnen, aufgeteilt in 2 Hälften) in erheblicher Lautstärke durchzuhören und hab das auch gemacht. Kofferraum leeren, aff tohus. Mein Sohn läßt mich bis 7 Uhr stinkend schlafen, was ich ihm hoch anrechne.

 

*(kleiner Scherz, Leachim Manspor...Ich lach' noch immer über "UNS lassen sie in Ruhe, weil sie wissen, daß wir nicht ziehen" - aber hattet IHR nicht'n Review im Musikexpress? Ihr seid die Ersten im Spex, da verwette ich meinen Arsch drauf. Und das ist 'ne Menge...)

 

 

 

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