Hamburg, 31.10.2015

Die All Blacks aus Neuseeland haben die Rugby-WM gewonnen! 'iegeilisDAS!? Hätten wir ja nie von zu wissen gekriegt, wären wir nicht heute im "Treibeis" gebucht, der nach Meinung prominenter Bekannter von uns einzig in Frage kommenden Kneipe Altonas. Aber der Reihe nach: Road-Streber, die wir nunmal sind, kommen wir viel zu früh an. Immo, heutiger Veranstalter und Kneipier-Sympath erster Kajüte, ist auch schon vor Ort. Angesichts der kleinsten Bühne, auf der wir je gespielt haben werden, verzichte z.B. ich auf einen Abstecher in den nächstgelegenen Independent Record Shop und binde die abgespeckte Schießbude mit einem von Immo gereichten Stück Tau an einer im Boden verankerten Sitzbank in der Tiefe der Bühne fest, wg. kein Teppich. Und weil besagte Bank zu niedrig ist, schiebt mir Immo einen zusammengegaffa'ten Stapel Zeitschriften unter den Arsch. Geschirrschlund drüber, fertig is die Laube. Währenddessen wird N24 auf die Wand überm Tresen projiziert: Eine Sendung über Asteroiden und das krasse Wetter auf der Venus. Norbert "Magnum" Langers Stimme hatte schon immer eine quasi-sedierende Wirkung auf mich, und wenn er dann auch noch vom Großen Roten Fleck in der Jupiter-Atmo erzählt, sinke ich hin. Ich interessier' mich TOTAL für Weltraum! Kann sowas bitte immer laufen beim Set-uppen?

Dann das Rugby-Finale. Gut, daß wir so zeitig angekommen sind (trotz mega Geschleiche wg. Ludwigs runtergewohnter Bremsen), sonst hätten wir die zwei Dutzend quarzende Fans dieses knuffigen Mannessports mit unseren Aufbaugeräuschen genervt. Paßt wieder alles. Zwischendurch gehen wir essen in einem Resto, wo sie die Pizza zum Kilopreis verscherbeln. Stulle stöhnt über die nichtendenwollenden Herausforderungen des modernen Lebens & mampft danach glücklich seinen großen Salamilappen. Auf dem Rückweg wühlen wir uns durch minderjährige Skelette. Halloween, stimmt.

24 Tickets im Vorverkauf heißt: Auch heute wird's voll. Überall, auch auf der Bühne. Da ist es so eng, daß man kaum einen Schritt machen kann ohne irgendwo gegenzurumsen. Es dauert ein wenig, bis wir uns freigespielt haben, aber die Liebe der Zahlenden ist uns von Anfang an sicher. Sabbeliger, stellenweise etwas zerschossener Gig, scheißegal aber. Lustig auch. Die Leute wollen Jochen reden hören bzw. auch nicht, wir sollen lieber "....Mugge machen!" Und erleben ein weiteres Mal, daß es Menschen gibt, die aufrichtig berührt sind von unserem Boogie. Einer beschließt, nachdem er uns ja jetzt gesehen hat, selber wieder Musik zu machen, nachdem er vor Jahren damit aufgehört hat. Kann es 1 schöneres Kompliment geben? Immo verbringt das letzte Drittel vor der Bühne, ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Er muß noch mit der Liebsten auf eine Halloween-Party, und wenn wir nicht mehr saufen wollen, will er auch nicht saufen. Paßt also schon wieder alles. Schüssi, Immo, gern mal wieder in Deiner kommodigen Kiezbutze! Danke, Hamburg! ❤️

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